Seltsame Menschen

Für die noch anstehende Urlaubssaison 2014 habe ich mir ein neues Spielzeug geleistet, eine kompakte, wasserfeste Digitalknippse.
Wie man das so macht bei technischen Geräten, habe ich natürlich vor dem Auspacken der Kamera erstmal die Bedienungsanleitung durchgelesen. Das waren ja nur 270 Seiten… (Wer hier Ironie findet, darf sie behalten…)

Manche Dinge lasen sich dabei etwas seltsam, mancher Absatz war auch deutlich Japanisch-Deutsch-Übersetzungs-Holterdipolter, aber was mich wirklich stutzig gemacht hat, war diese Passage:
lange_arme.png

So, das Ding ist also wasserdicht bis genau 13 Meter? Was passiert bei 13,0372 Meter?!
Meiner Meinung nach hätten die auch schlicht 10 Meter schreiben können, denn so ganz trivial ist das mit der Wassertiefe ja eh nicht.

Und, viel wichtiger: Wenn ich selbst nicht eintauchen darf, während ich die Kamera halte, wie zur Hölle krieg ich das Ding dann auf 13 Meter runter?!

Um das zu schaffen, braucht man dann doch eine eher außergewöhnliche Statur mit marginal verlängerten Gliedmaßen oder wahlweise einen Giraffenhals…

Update:
Nach dem Veröffentlichen habe ich mir das hier nochmal durchgeschaut (weil vielleicht versteckt sich ja irgendwo ein Rechtschraibfelär oder so?) und dabei ist mir schlagartig klar geworden, was der Hersteller da wohl eigentlich meinte:
Nämlich dass man mit dem Ding in der Hand nicht ins Wasser springen soll.
Weil dabei entstehen Druckspitzen (es spritzt schließlich in aller Regel), und die sind dann äquivalent zu den anderen Sachen im gleichen Absatz, nämlich der starken Strömung und dem Wasserfall. Mehr als 1,3 Bar Überdruck verträgt die Dichtung halt nicht, darum geht es.
Es leben präzise Übersetzungen!!!

Beim Poppen erwischt

Als ich vorgestern den Artikel von meiner Fruchtfliegenfalle schrieb, habe ich mich für die Links auch etwas über die Drosophilia schlaugesurft. Ich wusste beispielsweise nicht, dass es sich dabei um eine der wissenschaftlich am Tiefsten ergründeten Tierarten handelt. Oder dass der Begriff “Fruchtfliege” ein False Friend ist. Oder dass die Viecher Kulturfolger sind, die eigentlich lieber in den Tropen wohnen. Oder dass Drosophilia Melanogaster “typische rote Augen” hat.

Hä?
Rote Augen?
Ernsthaft?

Ein klarer Fall für “packen wir das Makro aus” …

Ich habe mich also neben meiner Fruchtfliegenfalle auf die Lauer gelegt und so einige Male den Auslöser gedrückt. Dabei lernte ich einmal mehr, dass a) die Schärfentiefe des Tamron 90mm f/2.8 bei Offenblende in Makrostellung nur ein paar Zehntelmillimeter beträgt und b) der Sucher meiner braven EOS 1000D eine Beurteilung der Schärfe schlicht nicht zulässt, weil er nur so wenig vergrößert.
Die meisten Bilder sind also nicht wirklich brauchbar geworden, aber auf einem Foto habe ich zwei von den Lumpen beim Poppen erwischt:

drosophilia_20140824.jpg

Somit kann ich also bestätigen: Drosophilia Melanogaster hat tatsächlich rote Augen!

P.S.: Kurz darauf haben die beiden übrigens die “Vinegar Saucer Challenge” versaubeutelt …

ALS und die Fruchtfliegenfalle

Menschen auf der halben Welt kippen (oder lassen kippen) sich zur Zeit irgendwelche Gefäße mit Wasser und Eiswürfeln über den Kopf. Als Vorwand gilt dabei der Kampf gegen die tückische Krankheit ALS. Nun habe ich zwar keine Ahnung, wie es auch nur einem an ALS erkrankten Menschen besser gehen soll, wenn sich zum Beispiel der Opel-Chef von einer Horde Kinder Eiswasser über den Kopf leeren lässt (auf Youtube anschauen) oder Otto Waalkes als Rechtsträger seine türkisgrüne Badeshorts präsentiert (auf Youtube anschauen). Nicht zu schweigen von Bill Gates und Mark Zuckerberg und dem obercoolen Sir Patrick Steward und und und. Anscheinend ist inzwischen schon richtig viel Geld zusammen gekommen, sagt auch dieser lesenswerte FAZ-Artikel.
Ich bin mir sicher, der Herr von Hirschhausen würde mir auf jeden Fall unterschreiben, dass über solche Videos zu Lachen schon so eine gewisse heilende Wirkung hat.

Genauso sicher bin ich mir, dass man die Energie für das Herstellen der Eiswürfel sowie die Spendengelder auch anderswo gut brauchen könnte. Zum Beispiel für Hilfsprojekte von Unicef.

Gehen wir aber für den Rest des Artikels mal vom Eis weg.
Es ist zwar nicht wirklich Sommer da draußen, aber von Herbst mag auch noch niemand reden. Es ist gerade so warm, dass man sich mitunter auch mal im T-Shirt raus traut. Und das bedeutet in der Küche typischerweise: “Drosophilia-Time”!
Hauptsächlich mit dem Obst holt man sich die Viecher ins Haus, und sie schwirren überall rum, wo es was an der Reifegrenze rangierendes Organisches gibt.
Sie mit der Fliegenklatsche zu erlegen funktioniert nicht, weil die Tierchen durch die Maschen durch passen. Aber es gibt vielfach erprobte Abhilfe in Form der Fruchtfliegenfalle.

fruchtfliegenfalle.jpg

Dazu schnappe man sich ein flaches Schälchen (Tassenuntersetzer oder ähnliches), fülle Essig hinein (wir verwenden erfolgreich den naturtrüben Bio-Apfelessig) und nehme diesem mit nur einem kleinen Tropfen Spüli die Oberflächenspannung. Es dabei gibt kein ideales “Essig-Spüli-Mischungsverhältnis” wie anderswo im Netz kolportiert, es reicht ein kleiner Tropfen (sogar ohne Rühren).

Der Erfolg lässt üblicherweise nicht lange auf sich warten, denn die Tierlein machen ihrem Beinamen “Essigmucke” alle Ehre. Man sollte nur darauf achten, dass der Essigpegel nicht zu tief sinkt, sonst bleibt keine Drosophilia freiwillig drin. Ich putze mein Schälchen alle ein bis zwei Tage aus und befülle es neu.

Lokalsatire

Wer den Postillon oder Die Tagespresse mag und dazu noch etwas lokalpatriotisch veranlagt ist, der wird das Crailsheimerle lieben.

Die Kreßberger Abrissbirne rollt weiter

Als nächstes ist das Schulgebäude in Waldtann dran. Sagt die Gemeinde. Und das HT sagt dazu noch, dass der Abriss von solchen Gebäuden über das Landessanierungsprogramm bezuschusst wird.
Was beide nicht verraten, ist, dass mit dem beschlossenen Abriss auch ein Teil Jugendarbeit durch den Mini Car Club Crailsheim die Gemeinde verlassen musste.

Hätte es doch schon früher solche Programme gegeben! Dinkelsbühl und Rothenburg müssten sich heute nicht mit so vielen Touristen herumplagen!

P.S.: Ich sehe freilich auch die Argumente Pro-Abriss ein beziehungsweise auch keine besseren Zukunftschancen für den Betonprachtbau. Schade ist es aber allemal, denn damit verschwindet ein weiterer Teil der Kreßberger Geschichte.

Good Night, Vietnam

Robin Williams ist tot.

Ich Depp

Da schau ich gestern mit meinen Kids schön Löwenzahn im KiKa. Fritz Fuchs mit seinem Berner Sennenhund Keks. Wie immer schön auf Achse in Sachen Bildung.
Und dabei habe ich doch glatt den parallel in der ARD gesendeten Live-Kollaps von Stefan Mross verpasst!

Dem Vernehmen nach darf in der Sendung nun nichts mehr live gevespert werden …

Und sie bricht und bricht und bricht

Neulich habe ich mir einen Zimmermannsbleistiftspitzer geleistet. So einen.

Was hab ich mich gefreut! Nie mehr mit dem Bastelmesser irgendwelche krummen Dinger schnitzen! Saubere Linien an den Wänden und Balken! Super Sache das, eine tolle Erfindung!

Die Praxis sieht leider anders aus, zumindest in meinen Händen.
Denn das Ding funktioniert für die bei mir vorrätigen Zimmermannsbleistifte nämlich NICHT. Ja, es spitzt. Nein, Striche kann man hinterher keine malen. Denn die Mine bricht beim Spitzen kurz vor dem Erreichen des Ziels (wenn ordentlich Graphit aus dem Holz rausguckt) ab. Einen Zimmermannsbleistift habe ich gar von ungespitzter Originallänge bis auf 8cm heruntergespitzt, ohne auch nur einen Strich zu machen, weil ich dachte, die Mine sei im Holz gebrochen (wie das beispielsweise bei durch Kinderhänden gegangenen Holzsstiften gerne mal der Fall ist).

Mein persönliches Fazit ist also, künftig wieder das Bastelmesser zu nehmen. Weil für die Kombination aus meinen Zimmermannsbleistiften und meinen Pfoten ist der Anspitzer schlicht nicht brauchbar.

Für dickere Dinger mit rundem Querschnitt hingegen tut das Ding ganz gut.