Eine Frage des Materials



Vorgestern Abend war ja partielle Mondfinsternis, und hier im Gäu war auch noch der Himmel ziemlich frei. Also habe ich das 200er Objektiv auf die Kamera gespaxt und mich am Balkontürrahmen angelehnt:
20190716_mofi1.jpg

Ach, stimmt ja, da war was … Mond im Automatikprogramm wird ja nix, wie der geneigte Leser hier im Blog schon desöfteren lesen konnte, zum Beispiel hier und hier und hier

Also auf Manuell umgestellt und an den Einstellungen geschraubt, bis das Ergebnis etwas besser aussah:
20190716_mofi2.jpg

Und wenn ich einen der letzten Versuche nehme und in der Bildbearbeitung etwas an den Reglern drehe, dann kann man sogar den Krater Tycho erahnen:
20190716_mofi3.jpg

Was halt mit meiner Ausrüstung beim besten Willen nicht geht, ist, auf ein Foto den Wolkenschleier UND die Krater abzulichten, so wie das für unsere Augen aussah.

Donnerstag, 18. Juli 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (872 views)

Die Deorifizierung



Am Anfang war der Plan, und der Plan war an sich nicht sooo schlecht. Dass er trotzdem etwas gewagt war, könnt ihr hier lesen.
Ich habe ein Herren-Möchtegern-Mountainbike geerbt, welches für den Normalbetrieb eigentlich recht brauchbar ausgestattet war: klassische verchromte Felgen aus Italien in 26-Zoll-Größe, 21-Gang-No-Name-Kettenschaltung (3×7) und ein schöner analoger Tachometer, mit Tachowelle und Zeiger.
20190408_vorher.jpg
Damit habe ich letztes Jahr ein paar hundert Kilometer heruntergespult, aber so richtige Fahrfreude wollte einfach nicht aufkommen. Was lag also näher, als pimpend einzugreifen?

Zu Beginn mussten die guten Camel-Tires aus Indien dran glauben. Sie wichen modernen Schwalbe-Reifen. Der Fahrkomfort entwickelte sich dadurch bereits beträchtlich in die gewünschte Richtung. Ein weiteres Thema waren die Bremsen. Cantilever-Felgenbremsen müssen nicht per se schlecht sein, aber mit den Original-Bakelit-Belägen und den sich verwindenden Kunststoff-Hebeln war eine Verzögerung nur mit starken Händen und ziemlich schleichend möglich. Das Ersetzen der Beläge durch BBB Roadstop Deluxe BBS-01D brachte bereits Besserung. Ein paar Wochen drauf ersetzte ich den Sattel durch einen Brooks B17, dann die Bremshebel gegen welche vom Typ Deore BL-T611. Nun konnte man die Bremsen schon so nennen, ohne jemanden zu beleidigen.
20190323_deore_bremshebel.jpg
Die Schaltung indes wurde durch den Bremsen- und Reifenwechsel nicht besser. Die beiden Hebelchen am Lenker ließen sich nur mit viel Fingerspitzengefühl und ordentlich Kettenrasseln in Stellungen bringen, bei denen eine halbwegs geräuscharme Fortbewegung möglich war. Gänge der Reihe nach durchzuschalten funktionierte gar nicht. Immer, wenn mal Regen ans Gerät hin plätscherte, rosteten die Züge in der Tülle fest und es schaltete erstmal gar nichts mehr. Spaß machte das nur, wenn mal ein Gang drin war.
20190323_noname-schaltung.jpg
Also erwachte der Wunsch, dem Radl noch mehr modernere Umgangsformen beizubringen.

Auch für solche Wünsche gibt es im Teilehandel Material, und zwar schimpft sich das entsprechende Paket dann „Komplettgruppe“. Ich habe mich nach einigem Nachdenken und Übersetzungs-Rechnen für eine Shimano Deore M6000-Gruppe in der Geschmacksrichtung 2×10 entschlossen. Die hat vorne 28 und 38 Zähne, hinten geht es von 11 bis 42 - damit hatte ich sogar ein noch breiteres Feld an Übersetzungsmöglichkeiten als zuvor.
20190406_shimano_paket.jpg
Zusammen mit dem Einbau der Schaltgruppe musste ich mein Tretlager auf Hollowtech II umrüsten, also habe ich auch ein entsprechendes Innenlager bestellt. Das war dank bereits vorhandener Gewinde im Rahmen kein Hexenwerk.
20190408_tretlager_original.jpg
20190416_tretlager_hollowtech2_deore.jpg
Und auch die alten Blech-Cantilever sollten in dem Zug mit modernisiert werden.
20190416_original_cantilever.jpg

Beschlossen, getan, jedoch machte ich nun gleich mehrere Fehler: weil ich keine Ganganzeige an den Schalthebeln haben wollte, habe ich mir selbige in der Ausführung „I-Spec II“ bestellt. Die aber benötigen spezielle Bremshebel, denn „I-Spec II“ ist kein „Super Extra“-Nonsens-Schwurbelwort sondern es bedeutet, dass die Schalthebel mit den Klemmen der Hebel am Lenker fixiert werden. Das nächste Mal weiß ich das … Tatsächlich bin ich um den Tausch meiner fast neuen Hebel herumgekommen, denn ich habe die „falschen“ Schalthebel mit Schlauchschellen montiert bekommen.
20190416_hebelei.jpg
Statt den Shimano-Cantilevern habe ich mir versehentlich ein Komplettset Deore-XT-V-Brakes bestellt. Zunächst wollte ich das zurückschicken, aber als ich mir die Aluteile so anschaute und mal ans Fahrrad hingehalten habe, fiel mir auf, dass sich die V-Brakes mit etwas Basteln eigentlich auch montieren lassen müssten - hat tatsächlich funktioniert, und diese Variante bremst jetzt richtig gut :-)
20190416_deore_xt_vbrakes.jpg
Das letzte große Problem war das hintere Ritzelpaket. Unerklärlicherweise passte die moderne Kassette nicht an meinen Uralt-Freilauf. Nach einigem Schlau-lesen kam ich zu dem Schluss, dass ich zur Lösung dieses Problems eine Kassettennabe brauchte. Dafür hätte ich meine verchromten, italienischen Felgen umspeichen müssen. Keine unlösbare Aufgabe, aber ziemlich viel Arbeit mit ungewissem Materialaufwand (brauche ich neue Speichen oder nicht? Welche Speichenköpfe?) Ich beschloss mit einem Schielen auf die laufenden Kosten, dass ich das Problem am Einfachsten durch eine neue Hinterrad-Felge mit Kassettennabe lösen konnte.
20190331_beretta_felge.jpg
Und weil nur eine neue Felge blöd ausgesehen hätte (und ich den Baretta-Felgen die Kraft der V-Brakes eh nicht zugetraut habe), habe ich mir gleich ein Doppelpack für vorne und hinten bestellt.
20190416_felgenvergleich.jpg

Jetzt habe ich also ein Fahrrad, welches in allen relevanten Komponenten deutlich hinzugewonnen hat, jedoch zu einem finanziellen Beitrag, für den ich mir auch ein gebrauchtes Tourenrad hätte leisten können.

Aber das hätte natürlich nicht ansatzweise soviel Schrauberfreude gebracht …
20190418_deorifiziert.jpg

:-)

Dienstag, 11. Juni 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1799 views)

Kein Vergleich



Ich schrub ja schonmal darüber, dass es einen Haushaltswarenhersteller gibt, der lobenswerterweise Ersatzteile verkauft. Blöd fand in meinem Fall nur, dass ich überhaupt welche kaufen musste. Die Kunststoffzahnräder sind aber offenbar nicht für meine Kids gemacht, denn nach der letzten Back-Orgie wäre es nun an der Zeit gewesen, schon den vierten Satz zu bestellen. Und damit würde die Summe der Ersatzteilbestellungen den Neupreis des Geräts übersteigen.
Also habe ich mich nach einer Alternative umgesehen. Der Markt für Handrührer variiert ja je nach Anforderung und Preisklasse zwischen “nicht vorhanden” und “ziemlich unübersichtlich”.
Letztlich bin ich nach ein wenig Recherche über das Modell Krups 3Mix GN 5021 gestolpert. Und hab mir einen besorgt.

20190512_krups_3mix.jpg

An den Werkzeugen von Krups (Rührer und Knethaken werden mitgeliefert) ist schonmal kein Plastik dran wie beim alten Gerät; das ist reiner Edelstahl. Die Rührer sehen im Direktvergleich nicht ganz so „engineered“ aus, was aber der Funktion keinen Abbruch tut. Der Handrührer fühlt sich in der Hand vertrauenserweckend stabil und schwer an, nicht irgendwie papierig.
Das Gerät hat fünf Geschwindigkeitsstufen, und hier, meine Damen und Herren, reden wir tatsächlich von Geschwindigkeit. Das, was beim alten Gerät Vollgas war, ist bei dem neuen grade mal Stufe 2. Ich habe Rührei und Crêpes-Teig gemacht. Beim Crêpes-Teig habe ich zuerst alles außer der Milch verrührt - das gibt eine ziemlich zähe Pampe, die der Rührer aber ohne Probleme durchgemangelt hat.

Vorläufiges Fazit: ich bin begeistert!

Donnerstag, 16. Mai 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1653 views)

Feta-Zucchinifächer



Wenn ihr mal Feta und Zucchini übrig habt, dann macht doch mal einen Feta-Zucchinifächer:

20190324_zucchinifaecher.jpg

Prädikat: Läcker!

Freitag, 29. März 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (4097 views)

Novum



Hatten wir hier schonmal ein Foto von einem leckeren Guacamolebrot? Nein? Zeit wird’s!

20190205_guacamolebrot.jpg

Mittwoch, 6. Februar 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1802 views)

Für den Fall, dass …



Für den Fall, dass man den Lötkolben nicht immer am falschen Ende anfasst, kann man sich bei der Slotcar-Factory Ersatzmotoren für seine gute alte analoge 1:32-Scalextric-DTM-Bahn kaufen. Ich habe dort - weil das Originial-Ersatzteil nicht mehr lieferbar ist - nach “was Passendem” nachgefragt und vom Inhaber den Tipp bekommen, dass womöglich der Slotdevil-Motor 2024 funktionieren könnte.

Also habe ich mir kurzerhand zwei Stück davon bestellt.
Auf den Originalmotoren ist zwecks Isolierung von Ferrit und Kondensator ein Klebestreifen drauf.
20190112_scalextric_originalmotor_mit_ferrit_und_kondensator.jpg
Also sollte man auf den Ersatzmotor tunlichst was Ähnliches applizieren, bevor man sich ans Umlöten macht. Ich hab dafür ein Stückchen Panzerband verwendet.

20190112_salextric_motor.jpg

Selbstredend ist es auch eine schlaue Idee, die Polung beizubehalten.

Den einzigen Teil, den ich persönlich knifflig fand, war, das Antriebsritzel umzubauen. Auf der Welle vom Originalmotor ist eine Längsrändelung drauf (gut zu sehen auf dem Foto oben), die dem E-Teil fehlte. Zur Demontage habe ich einen Brieföffner verwendet und vorsichtig mal links und mal rechts gehebelt. Den Ersatzmotor habe ich ein paar Mal mit der Kombizange an der Welle gepackt; das gab zumindest leichte Spuren, die zumindest etwas mehr Halt versprochen haben. Die Autos haben außerdem noch neue Schleiferlitze bekommen, und nun fetzt die mindestens 15 Jahre alte Bahn wieder ordentlich.

Chakka!

Sonntag, 13. Januar 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1769 views)

Selbst



Selbst die Osterglocken drehen verwundert die Hälse und fragen sich, was das für ein Sch31ß-Wetter sein soll …
20190113_osterglocken.jpg

Immerhin liegt bei uns nicht meterhoch Schnee auf dem Dach, wie am Alpenrand.

by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1570 views)

Aufpassen!



Wenn euch jemand aus Italien eine solche Würzmischung für Spaghetti “Aglio e Olio” mitbringt:
20190103_wuerzmischung.jpg

AUFPASSEN!

Denn das Zeugs ist nicht einfach nur “Aglio e Olio”, da ist auch “Peperoncino” drin. Und “Peperoncino” kann fast alles heißen, von “Paprikaschote” über “Paprikapulver” und “Peperone” bis hin zu “Chilischote” und “Chili”.
Mit “Paprikaschote” hat diese Würzmischung auf jeden Fall nichts mehr zu tun. Das geht wahrscheinlich schon in den fünfstelligen Scoville-Bereich und ist damit garantiert nicht mehr gut für Kinder.

Sonntag, 6. Januar 2019 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (1616 views)