Mittwoch, 16. April 2014
In der Arbeit habe ich unter anderem mit Farbmischung zu tun.
Farbmischung, kein Problem? Oooooh doch!
Weil da gibt’s nämlich zwei davon. Eine additive und eine subtraktive.
Aber fangen wir mal vorne an.
Mit den Grundfarben nämlich. In der Schule haben wir (hoffentlich?) gelernt, dass die Grundfarben so genannte reine Farben sind. Und dass man sich die nicht zusammenmischen kann. Klar, wenn man an den Wasserfarbkasten denkt und sich überlegt, aus welchen zwei Farben man sich ein Gelb mischen soll… Geht net. Das braucht man pur!
Im Wasserfarbkasten, so hat man uns damals erzählt, sind die Grundfarben das Gelb, das Rot und das Blau. Weil Grün kann man sich aus Gelb und Blau mischen und Lila aus Rot und Blau und so weiter. (Anm. d. Red.: Solche aus genau zwei Grund- beziehungsweise Primärfarben gemischten Farben nennt man auch Sekundärfarben).
Und wenn man alle Farben vom Wasserfarbkasten zusammenmischt, bekommt man ein dunkles Kackbraun. Ganz schwarz wird’s nie, weil zum Einen die Farben im Kasten nicht ganz rein sind und zum Anderen Gelb, Rot und Blau nicht ganz die richtigen Grundfarben sind.
Weil Itten’s Farbkreis hin oder her, Wasserfarben werden subtraktiv gemischt. Und da sind die richtigen Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb (als Hilfsfarbe auch noch Schwarz). Klingelt’s? Druckvorstufe? CMYK?
Ganz anders wird das alles, wenn wir additiv mischen. Das ist beim Licht so. Hier sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Mischt man Rot und Grün, dann gibt das … geeenau, ihr wolltet es grade sagen, Gelb!
Und wenn man alle zusammenbringt, gibt das … genau, Weiß.
So und nicht anders funktioniert unser Handydisplay und unser Fernseher. Wenn die drei Farbkomponenten von einem Bildpunkt aus sind, sehen wir nix, wenn alle drei Farben an sind, gibt’s für uns einen weißen Punkt.
Die Eselsbrücke für die Unterscheidung der additiven und der subtraktiven Farbmischung ist also: Wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was weniger knalliges dabei raus (es wird also die Farbigkeit abgezogen), dann ist das die subtraktive Farbmischung.
Und wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was helleres dabei raus (es wird also Farbigkeit dazugezählt), dann ist das die additive Farbmischung.
Und wenn ihr nun wissen wollt, warum eigentlich die Ostereier per subtraktiver Farbmischung bunt gemacht werden: schlicht deshalb, damit man gekochte und ungekochte Eier auseinander halten kann …
Samstag, 12. April 2014
Auf xkcd.com wird der Heartbleed-Bug von OpenSSL wunderbar erklärt.
Ich fasse das nochmal in meinen Worten zusammen:
Wenn der Server von der Lücke betroffen ist, dann geht folgendes:
- Man kann eine verschlüsselte Verbindung zu einem Server aufbauen
- Während der Verbindung kann man eine so genannte Heartbeat-Funktion nutzen, um zu prüfen, ob der Server noch antwortet.
- Hierzu kann der eigene Rechner dem Server eine vorgegebene Antwort schicken, à la “wenn du noch da bist, dann antworte mit ‘HUND’”
- die Lücke erlaubt es, dem Server zu sagen, er soll mit ‘HUND’ (500 Zeichen lang) antworten. Und in diesen 496 Zeichen stehen unter Umständen Dinge, die nur den Server und andere Menschen was angehen.
Aus dem “schlagenden Herz” ist so das “blutende Herz” geworden.
Wenn ihr eine technisch genauere Erklärung lesen wollt, lege ich euch Heise-Security ans Herz.
Bevor ihr nun in blinden Passwort-Änder-Aktionismus ausbrecht, schaut aber erstmal nach, ob die Webseite von dem Bug betroffen war.
Dann darf man nicht vergessen, dass es die Lücke schon seit JAHREN gab. Gerade jetzt zu ändern, und nur weil es die B1LD schreibt, ergibt da wenig Sinn.
Unbestreitbar ist es aber eine gute Idee, Passwörter von Zeit zu Zeit zu ändern. Wenn man dabei die empfohlenen Grundregeln einhält (Kein Wort aus dem Wörterbuch, Buchstaben in Groß und Klein, Zahlen und Sonderzeichen), tut man das maximal mögliche.
(Link zum XKCD-Beitrag: http://xkcd.com/1354)
Bin ich eigentlich der einzige, der manche der aktuellen Charts-Hits für tumbe Abkupfereien hält?
“Ed Sheeran: I see fire” zum Beispiel.
Roxette’s “Listen to your heart” war LAAAANG vorher da und hat in meinen Ohren einen absolut ähnlichen Swing.
Oder “Mando Diao: Black Saturday”.
Als ich das zum ersten Mal gehört habe, glaubte ich jeden Moment, dass da jetzt irgendwann mal “Time for a White Wedding” kommen muss — weil sich der Beat so verdammt nach dem Original von Billy Idol anhörte.
Und wer mir das nicht glaubt, sucht halt mal auf Jutuhb oder so nach den Songs und hört mal in sich rein.
Dienstag, 8. April 2014
Also wer heute kann, dem empfehle ich dringend, sein/ihr Radio anzuschmeißen und SWR3 zu horchen, notfalls auch übers Netz.
Weil da is heute 80er-Tag und Songs aus den 80ern mögen erwiesenermaßen ja auch spätere Generationen.
Nur so, als Tipp für euch!
Sonntag, 6. April 2014
[aus dem engl.]
Kleidungsstück mit langen Ärmeln, welches Kinder anziehen müssen, wenn ihre Eltern frieren.
Sonntag, 30. März 2014
Gestern früh hab ich meinen Foto eingepackt, als ich zum Bäcker gelaufen bin. Das gute Tamron draufgeschraubt und los ging’s.
Die Taubnesseln sahen aus wie mit Puderzucker überzogen:
Die Wiesen am Bach waren alle leicht gefroren:
Am Wasserfall am Biberdamm hat das hochspritzende Wasser die Weidenzweige mit Stalaktiten versehen:
Dort, wo der Nebel an die Grashalme gefroren ist, haben sich kleine Tropfen gebildet:
Hier mal einen Halm herausgenommen:
Und hier wiederum einen 1:1-Ausschnitt aus dem vorherigen Bild
Schön!
Samstag, 29. März 2014
Gewässer im Allgemeinen führen ja bei Kindern und Labrador-Golden-Retriever-Mischlingen üblicherweise zu hemmungs- und haltloser Begeisterung.
Der Hund hat dabei einen eindeutigen Vorteil, weil er zwar im ersten Moment aussieht wie frisch aus der Suhle, aber später dann entweder nochmal ausgiebig im Bach badet oder der Dreck einfach irgendwann abfällt, vorzugsweise vor Betreten des Hauses.
Der Junior hat diese Woche mal probiert, wie sich das eigentlich so anfühlt, und mit dem Ergebnis war er selbst wahrscheinlich hochzufrieden. Mit der Hose und den Socken kann man sich nun freilich prügeln, nachdem die Sonne den Matsch verfestigt hat:
Die Gummistiefel haben den Ausflug gar so arg genossen, dass sie erst gar nicht mehr mit heim wollten. Heute früh auf dem Weg zum Bäcker hab ich die Lumpen aber entdeckt:
Da muss ich nachher mal mit einem Spaten und der großen Pumpenzange ran …
Dienstag, 25. März 2014
In einem Bericht auf Heise-Autos (jaaa, das heißt wirklich so…) wird momentan ein neues Motorenkonzept von Mazda vorgestellt. Das liest sich gar nicht mal so ganz daneben: die künftigen Mazda-Benziner sollen künftig höher verdichten und die Diesels niedriger.
Das Zauberwort heißt hier “adiabatische Verbrennung” (für Gerne-Besserwisser: ein Wikipediaartikel dazu). Darunter verstehen die Mazdaianer vereinfacht gesagt die Selbstzündung des homogen mit Gemisch gefüllten Brennraums. Der Gag dabei ist, dass die Verbrennung eben nicht wie beim normalen Benziner von außen gesteuert durch eine Zündkerze ausgelöst wird. Eine solche befindet sich prinzipbedingt nur an einer Stelle, was dazu führt, dass das Gemisch an dieser Stelle durch den Zündfunken Feuer fängt und anschließend eine Flammenfront durch den Zylinder walzt und dadurch den Kolben gen unteren Totpunkt treibt. Die “Twin-Spark”-Motoren von beispielsweise Alfa Romeo verbessern dieses Verhalten auch nur marginal.
Wenn es jedoch gelingt, den Brennraum annähernd gleichmäßig mit einem annähernd idealen Brennstoff-Luftgemisch zu befüllen und dann genügend stark verdichtet, dann explodiert das Gemisch quasi im kompletten Brennraum gleichzeitig. Das hat durch die dann niedrigere Verbrennungstemperatur Vorteile beim Verbrauch, der Leistungsentfaltung und beim Schadstoffausstoß.
Laut dem Artikel führt das bei entsprechender Weiterentwicklung sogar dazu, dass die Zylinder nicht mehr gekühlt sondern im Gegenteil sogar isoliert werden müssen.
Man darf gespannt sein, was daraus noch wird; Honda hat ja die Weiterentwicklung des ähnlich arbeitenden jedoch zweitaktenden Motors der EXP-2 leider komplett eingestellt.
Derweil fahren die Norweger dank kräftiger staatlicher Förderung bei Neufahrzeugen inzwischen nahezu komplett auf Elektrofahrzeuge ab. Im Stadtverkehr und auf Kurzstrecken mögen solche Gefährte ja durchaus ihre Vorteile haben (den Renault Tweezy finde ich da sehr genial). Aber gerade in der Stadt wird es schwierig werden, die ohnehin schon nur spärlich vorhandenen Parkplätze mit Ladestationen auszustatten.
Zugegeben, so einen Tesla Model S würde ich auch fahren wollen, allein der aktuelle Preis lässt mich zaudern …
Mal sehen, wie sich Deutschland in 10 Jahren bewegt. Mein persönlicher Tipp ist, dass es zwar mehr Elektroautos geben wird (sagenwirmal 10 bis 20%), aber der Großteil des Verkehrs immer noch irgendwas fossiles verbrennen wird.
Montag, 24. März 2014
Immer wieder liest oder hört man in den Medien vom “Fußballfeld” als Flächenmaß.
Irgendetwas ist “so groß wie 4 Fußballfelder”.
Oder, grade heute, von dem Erdrutsch in den USA, der eine Fläche von “mehr als 360 Fußballfeldern” betraf.
Nun kann sich ja der Normalverbraucher unter einem Fußballfeld nur eher grob etwas vorstellen, und tatsächlich ist ein Fußballfeld ein ziemlich schwammiges Maß.
Die Breite eines Fußballfelds darf zwischen 45 und 90 Metern betragen, die Länge zwischen 90 und 120 Metern. Wohlgemerkt ist das der Bereich, den die Außenlinie kennzeichnet, da ist noch keine Bande dabei.
Wenn ich damit mal den Erdrutsch durchrechne, dann komme ich auf einen Flächenwert von mindestens 145,8 Hektar und höchstens 388,8 Hektar. Das ist kurz mal eben mehr als das doppelte, je nachdem, welches Maß man annimmt.
Für mich als Ingenieur ist das, wie wenn jemand die Leistung einer Maschine in “VW Golfs” angibt; die kann immerhin auch zwischen dem 63kW-Basismodel oder dem R mit 221kW liegen — und ist somit hinreichend ähnlich genau wie ein Fußballfeldflächenvergleich.
Aber eine “Dampflok mit der Leistung von 10 VW-Golfs” würde wohl niemand auch nur als Größenordnungsangabe akzeptieren.
Mein Expertenrat also: traue keiner Meldung, in der ein Flächenvergleich mit Fußballfeldern angestrengt wird. Das ist entweder nur irgendwo abgeschrieben oder soll so viel wie “ist groß” heißen.