Neulich hab ich noch meinen KFZ-Lebensabschnittsgefährten gelobt; dass der jetzt 10 Jahre alt ist und ich nichts nennenswertes reparieren musste (bis auf normale Verschleißteile und den Endtopf, der wohl innerlich vergoldet sein muss, denn äußerlich war das Ersatzteil ganz profan verzinkt).
Das sind dann so die Sprüche, die man besser lässt, weil man damit … irgendwas heraufbeschwört.
Denn kurz darauf hat mein CD-Player nichts mehr abgespielt. Das CD30 (ohne MP3) hat nach dem Einwerfen einer CD ein paar mal gewürgt und dann nur “Error CD” angezeigt. Na gut, habe ich mir gedacht, da muss ich mich mal schlausurfen. Alle Internetfunde mit den zugehörigen Suchbegriffen beschrieben aber Fehler, bei denen die CD nicht mehr rauskam. Das hatte ich ja nun nicht, denn Rein-Raus ging bei mir ja einwandfrei.
Kurz darauf hab ich eines Abends die Fahrertür aufgemacht — und der Griff blieb in der Stellung “außen” stehen. Mist.
Klar, zuviel gelobt.
Heute nun hatte ich ein kleinwenig Zeit, mir die beiden Sachen mal anzuschauen.
Angefangen habe ich mit dem Autoradio. Das Herausnehmen funktionierte ganz genauso wie im Großen Wagen. Flugs das Gerät mit ins Haus genommen und den Deckel heruntergeschraubt. Beim CD30 sind die Schrauben für den äußeren Deckel identisch mit denen, die das CD-Laufwerk halten, also konnte ich das auch direkt ohne weitere Schraubarbeiten herausnehmen. Nach kurzer Suche und einmal manuellem Drehen der CD war mir klar, was da los war: der Herr Junior hatte eine Hirschkäfer-Sammelkarte von irgendeinem Supermarkt versenkt …
So einfach der Ausbau und die Reparatur war, beim Wiedereinbau bin ich beinahe verzweifelt. Das Radio flutschte zwar einwandfrei rein in den Schacht, aber die letzten 10mm gingen einfach nicht. Die einzig mögliche Ursache war der Kabelbaum, soviel war mir schnell klar, aber der C-Corsa ist “untenrum” so verbaut, dass man nicht kurz mal eben hinten am Kabel ziehen kann. Hierzu musste erst noch die Verkleidung unterhalb des Lenkrades ab (2x T20) und das kleine Ablagefach unten links raus (das ist nur geklippst). Erst dann kam ich mit den Fingern an den Kabelbaum, und nach leichtem Zug ist das Radio auch ganz einfach an seinem Platz eingerastet.
Dann habe ich mich um den Türgriff gekümmert.
Das ist eine ganz andere Hausnummer, denn um überhaupt an den Griff ranzukommen, muss die Türinnenverkleidung weg. Das sind am unteren Rand 3 T20-Schrauben, unter dem (geklippsten) Hochtönergehäuse versteckt sich eine weitere. Genauso im Türgriff (dort sieht man wenigstens das Loch) und unter der Abdeckung, die rings um den Türöffnerhebel eingeklippst ist. Ich habe desweiteren den Dichtgummi oben am Blechfalz weggebaut, an dem auch der Filz hängt, an welchem die Scheibe immer “schleift”. Das ist im Prinzip ein Sonder-Kantengummi, und dafür habe ich die Scheibe ganz runter. Nun sieht man am Blechfalz vier Klammern. Die habe ich mit einem Schraubendreher von der Scheibenseite nach oben herausgehebelt. Dann fallen die auch direkt runter, was aber den Vorteil hat, dass man nun endlich das vergleichsweise große Verkleidungsteil über den Türöffnerhebel und den “Drücker” ausfädeln kann, nachdem man es vorsichtig so weit vom Blech weggehebelt hat, dass die weißen (Einweg-)Verkleidungszapfen los sind.
Dann endlich kann man die Folie zerreißen, die heutzutage als Dampfsperre an jeder besseren Autotür klebt. Und wenn man sich dann noch eine Taschenlampe besorgt, sieht man unter Umständen auch direkt, wo das Problem ist.
Ich hab es nicht gleich gesehen, aber nach ein paarmal Griff-heben und senken ist mir ein langer silberner Stift aufgefallen, der da unmotiviert waagerecht an dem Kunststoffteil rumhing. Der Stift, das war die Welle, um die sich die kunststofferne Griffmechanik dreht, und das hintere der beiden Gelenke hatte wegen dem weggewanderten Stift schlicht keinen Dreh- und Angelpunkt mehr. Nachdem ich den Stift wieder gute 5cm in Richtung Türschloss geschoben hatte, ging der Griff auch wieder so, wie ich das 10 Jahre lang gewohnt war. Wen’s ernsthaft interessiert: hier habe ich ein Foto von so einem Türgriff gefunden.
Den Zusammenbau habe ich dann “ganz einfach” in umgekehrter Reihenfolge erledigt: Dampfsperre mit Tesa flicken, die Blechklammern in die Aussparungen (!) oben am Blechfalz einklinken, Verkleidung über “Drücker” und Türöffner fädeln, dabei darauf achten, dass das Ding auch oben sauber in den Blechklammern hängt. Ein paar kräftige Schläge an den richtigen Stellen für die weißen Zapfen. Dann die sechs T20-Schrauben wieder reinwürgen (wir wiederholen: eine am Griff, eine am Türöffner, eine unter dem Hochtönergehäuse und drei an der Unterkante der Türverkleidung). Die Kantenleiste wieder oben draufdrücken (am Besten bei hochgelassenem Fenster). Die Verkleidung um den Türöffnerhebel wieder aufklippsen und zum Schluss das Hochtönergehäuse mit den unsäglichen weißen Verkleidungsklippsen.
Neulich ist mir beim Kochen auf unserem Gasherd aufgefallen, dass der Topf auf der kleinen Flamme wackelte.
Also hab ich geschaut, woran das liegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass einer der Finger des Topfträgers tiefer lag als die anderen. Na gut, dachte ich mir, sowas hatten wir ja schon öfters, etwas sanfte Gewalt sollte das Dingens wieder in die richtige Richtung bringen.
Diese Rechnung habe ich leider ohne das Gusseisen gemacht. ZACK, war der tiefliegende Finger ganz ab, hier links nicht mehr im Bild:
Die alte Weisheit, “was drei Füße hat, wackelt nicht” gilt leider nicht für Topfträgerroste aus Gusseisen. Das Fehlen des einen Fingers führte schlicht dazu, dass man diesen Brenner nicht mehr benutzen konnte.
Also habe ich mir überlegt, wie man dem Problem beikommen könnte.
Das Gusseisen (zumal emailliert) zu schweißen, wollte ich mir beim Besten Willen nicht antun. Das konnte nur schief gehen oder sehr bescheiden aussehen. Die Lösung musste unabhängig vom noch bestehenden Teil des Topfträgers sein.
Da der Brenner als Kegelstumpf aus der Wanne heraussteht, konnte ich dessen Basis als Ansatzpunkt für ein rundes Bauteil benutzen. Dieses sollte dann einen Finger “simulieren”. Und da runde Sachen dazu neigen, sich zu drehen, mussten entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Nun wurde die Schnittmenge aus dem Ergebnis der Überlegungen und dem in Papas Werkstatt vorhandenem Rohmaterial gebildet. Ein Stück Flachmaterial 15×3 sowie Vierkant 6×6 waren schnell gefunden und zugesägt. Aus dem Flachmaterial wurde ein Ring gebogen und zusammengeschweißt. Daran kam T-förmig der “fehlende Finger” sowie zwei Anschläge an noch vorhandene Finger.
So nämlich:
Und jetzt geht’s wieder, wie man auf folgendem Foto sieht :-)
Der Behelfsfinger fluchtet ordentlich mit den anderen, die zwei Zapfen halten sich an zwei bestehenden Fingern.
Heute früh hat unsere brave Jura Impressa F50 nach nur 20000 (in Worten: zwanzigtausend) Käffchen so hart am Trester gewürgt, dass ich mich dazu entschlossen habe, die Brühgruppe endlich mal zu revidieren. Die Ersatzteile dazu hatte ich schon länger mal beim BND bestellt.
Zusammen mit meiner lieben Frau habe ich für die Aktion nur 2,5 Stunden gebraucht, wobei zwischendurch schon so einige Bedenken um die Küchentischlampe geschwebt sind, ob das Gerät überhaupt mal wieder irgendwas tut….
Aber jetzt schnurrt das Maschinchen wieder wie ein Kätzchen!
Wenn euch auch mal der Junior in einem Zornanfall eine CD aus dem Autoradio rauslässt und so daran herumgewaltet, dass das Polycarbonat den Klügeren macht (also nachgibt), dann stehen die Chancen recht gut, dass im Anschluss während der Fahrt nur noch Radio drin ist.
Zumindest war das bei unserem CD30 MP3 so.
Also musste ich mal schauen, was da genau kaputt ist.
Am Anfang steht der Ausbau. Der ist bei Opels eigentlich durchweg gleich. Das Gerät hat in den Ecken Löcher, und diese verwendet man, um die Sperrriegel zu entsichern, die das Radio links und rechts im Käfig halten. Ich habe dafür einen dickeren Schweißdraht verwendet, Stricknadeln dürften auch gehen. Oder man kauft sich “richtiges” Werkzeug. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Draht nicht zu dünn ist; er sollte recht stramm passen, sonst kriegt man das Radio nicht so leicht raus. Ich habe in folgendem Bild mal markiert, wie man mit dem Draht den Sperrriegel betätigt.
Mit dem Draht habe ich ringsrum alle Sperrriegel entsichert, dann lässt sich das Radio mit vorsichtigem Hebeln aus dem Schacht ziehen.
Nach dem Abstecken der Kabel kann man das Radio dann mit auf einen ruhigeren Arbeitsplatz nehmen. Im Auto schrauben ist ja immer ein wenig trickreich, vor allem, wenn die kleinen Schrauben runterfallen und unter den Sitz kullern. Wir beginnen die Operation damit, dass wir auf der Oberseite die vier Schrauben lösen, die den Deckel halten:
Nun kann man einen etwas größeren Schlitzschraubendreher seitlich zwischen Gehäuse und Deckel ansetzen und durch vorsichtiges Drehen den Deckel aus den Rasten hebeln.
Als nächstes muss das Laufwerk raus, entweder um Fremdkörper entfernen oder um es tauschen zu können. Also nochmal vier Schrauben raus, nämlich die eingekreisten im folgenden Bild:
Jetzt lässt sich das Laufwerk aus dem Radio herausheben, wobei auf das Flachbandkabel zu achten ist. So ein Autoradio ist wahrlich kein Mobiltelefon oder Laptop, sodass man hier nicht wirklich viel kaputt machen kann. Aber mit roher Gewalt schafft man ja alles, siehe den Grund für diesen Beitrag.
Ich habe die Ursache für unser Problem recht schnell gefunden, und zwar war im hinteren Bereich des Laufwerks noch ein Stück von der vergewaltigten CD. Wenn man nun eine andere CD ins Laufwerk geschoben hat, griff zwar die Antriebsnabe ein, aber da die Stelle mit dem Bruchstück schlicht doppelt so dick war wie normal, hatte der Motor keinerlei Chance. Gottseidank haben die Entwickler blockierende Motoren berücksichtigt, sodass nach dem Entfernen des Bösewichtes und dem Wieder-Zusammenbau (an dieser Stelle sei an den obligatorischen Klassiker erinnert: “der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge”) alles lief und mir nichts abgeraucht ist.