Neulich ist mir beim Kochen auf unserem Gasherd aufgefallen, dass der Topf auf der kleinen Flamme wackelte.
Also hab ich geschaut, woran das liegt und bin zu dem Schluss gekommen, dass einer der Finger des Topfträgers tiefer lag als die anderen. Na gut, dachte ich mir, sowas hatten wir ja schon öfters, etwas sanfte Gewalt sollte das Dingens wieder in die richtige Richtung bringen.
Diese Rechnung habe ich leider ohne das Gusseisen gemacht. ZACK, war der tiefliegende Finger ganz ab, hier links nicht mehr im Bild:
Die alte Weisheit, “was drei Füße hat, wackelt nicht” gilt leider nicht für Topfträgerroste aus Gusseisen. Das Fehlen des einen Fingers führte schlicht dazu, dass man diesen Brenner nicht mehr benutzen konnte.
Also habe ich mir überlegt, wie man dem Problem beikommen könnte.
Das Gusseisen (zumal emailliert) zu schweißen, wollte ich mir beim Besten Willen nicht antun. Das konnte nur schief gehen oder sehr bescheiden aussehen. Die Lösung musste unabhängig vom noch bestehenden Teil des Topfträgers sein.
Da der Brenner als Kegelstumpf aus der Wanne heraussteht, konnte ich dessen Basis als Ansatzpunkt für ein rundes Bauteil benutzen. Dieses sollte dann einen Finger “simulieren”. Und da runde Sachen dazu neigen, sich zu drehen, mussten entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
Nun wurde die Schnittmenge aus dem Ergebnis der Überlegungen und dem in Papas Werkstatt vorhandenem Rohmaterial gebildet. Ein Stück Flachmaterial 15×3 sowie Vierkant 6×6 waren schnell gefunden und zugesägt. Aus dem Flachmaterial wurde ein Ring gebogen und zusammengeschweißt. Daran kam T-förmig der “fehlende Finger” sowie zwei Anschläge an noch vorhandene Finger.
So nämlich:
Und jetzt geht’s wieder, wie man auf folgendem Foto sieht :-)
Der Behelfsfinger fluchtet ordentlich mit den anderen, die zwei Zapfen halten sich an zwei bestehenden Fingern.
Heute früh hat unsere brave Jura Impressa F50 nach nur 20000 (in Worten: zwanzigtausend) Käffchen so hart am Trester gewürgt, dass ich mich dazu entschlossen habe, die Brühgruppe endlich mal zu revidieren. Die Ersatzteile dazu hatte ich schon länger mal beim BND bestellt.
Zusammen mit meiner lieben Frau habe ich für die Aktion nur 2,5 Stunden gebraucht, wobei zwischendurch schon so einige Bedenken um die Küchentischlampe geschwebt sind, ob das Gerät überhaupt mal wieder irgendwas tut….
Aber jetzt schnurrt das Maschinchen wieder wie ein Kätzchen!
Wenn euch auch mal der Junior in einem Zornanfall eine CD aus dem Autoradio rauslässt und so daran herumgewaltet, dass das Polycarbonat den Klügeren macht (also nachgibt), dann stehen die Chancen recht gut, dass im Anschluss während der Fahrt nur noch Radio drin ist.
Zumindest war das bei unserem CD30 MP3 so.
Also musste ich mal schauen, was da genau kaputt ist.
Am Anfang steht der Ausbau. Der ist bei Opels eigentlich durchweg gleich. Das Gerät hat in den Ecken Löcher, und diese verwendet man, um die Sperrriegel zu entsichern, die das Radio links und rechts im Käfig halten. Ich habe dafür einen dickeren Schweißdraht verwendet, Stricknadeln dürften auch gehen. Oder man kauft sich “richtiges” Werkzeug. Wichtig ist auf jeden Fall, dass der Draht nicht zu dünn ist; er sollte recht stramm passen, sonst kriegt man das Radio nicht so leicht raus. Ich habe in folgendem Bild mal markiert, wie man mit dem Draht den Sperrriegel betätigt.
Mit dem Draht habe ich ringsrum alle Sperrriegel entsichert, dann lässt sich das Radio mit vorsichtigem Hebeln aus dem Schacht ziehen.
Nach dem Abstecken der Kabel kann man das Radio dann mit auf einen ruhigeren Arbeitsplatz nehmen. Im Auto schrauben ist ja immer ein wenig trickreich, vor allem, wenn die kleinen Schrauben runterfallen und unter den Sitz kullern. Wir beginnen die Operation damit, dass wir auf der Oberseite die vier Schrauben lösen, die den Deckel halten:
Nun kann man einen etwas größeren Schlitzschraubendreher seitlich zwischen Gehäuse und Deckel ansetzen und durch vorsichtiges Drehen den Deckel aus den Rasten hebeln.
Als nächstes muss das Laufwerk raus, entweder um Fremdkörper entfernen oder um es tauschen zu können. Also nochmal vier Schrauben raus, nämlich die eingekreisten im folgenden Bild:
Jetzt lässt sich das Laufwerk aus dem Radio herausheben, wobei auf das Flachbandkabel zu achten ist. So ein Autoradio ist wahrlich kein Mobiltelefon oder Laptop, sodass man hier nicht wirklich viel kaputt machen kann. Aber mit roher Gewalt schafft man ja alles, siehe den Grund für diesen Beitrag.
Ich habe die Ursache für unser Problem recht schnell gefunden, und zwar war im hinteren Bereich des Laufwerks noch ein Stück von der vergewaltigten CD. Wenn man nun eine andere CD ins Laufwerk geschoben hat, griff zwar die Antriebsnabe ein, aber da die Stelle mit dem Bruchstück schlicht doppelt so dick war wie normal, hatte der Motor keinerlei Chance. Gottseidank haben die Entwickler blockierende Motoren berücksichtigt, sodass nach dem Entfernen des Bösewichtes und dem Wieder-Zusammenbau (an dieser Stelle sei an den obligatorischen Klassiker erinnert: “der Zusammenbau erfolgt in umgekehrter Reihenfolge”) alles lief und mir nichts abgeraucht ist.