Kroatienbrocken Teil II



Wir sind bekennende Kaffeejunkies. „Ohne Kaff kein Schaff“ ist nur eines unserer Mottos.
Was glaubt ihr, wie wir an unserem ersten Morgen in Kroatien geschaut haben, als wir feststellen mussten, dass es keine Kaffemaschine im Wohncontainer gibt?
Nun gut, selbst ist der Kreßberger, wir hatten Filter und Kaffeepulver dabei, außerdem gehörte ein Wasserkocher sowie eine Glaskaraffe zur Grundausstattung des Mobile Homes. Damit hatten wir die Voraussetzungen für den manuellen Aufguss beisammen und die besten Voraussetzungen für den Start unserer durchaus steilen Lernkurve …
Weil nämlich das ist so:
Ein handelsüblicher Kaffeefilter wird nicht geklebt. Der wird zusammengefaltet und dann “zusammengeprägt”. Das wiederum bedeutet, dass die Verbindung zwischen den beiden Filterpapierlagen nicht endlos haltbar ist. Sobald man nämlich die ersten paar Schwünge heißen Wassers eingefüllt hat und anfängt, aufmüpfig und ungeduldig zu werden, bricht der Filter durch und das Pulver landet mitsamt dem Wasser in der Kanne. Am Besten hat das Kaffeeaufbrühen für uns funktioniert, wenn wir vorab die Prägekanten des Filters nochmals umgeknickt, dann den Filter in die Karaffe gefaltet und anschließend vorsichtig den Filter zu höchstens zwei Dritteln mit heißem Wasser gefüllt haben. Dann dauert das Aufbrühen von drei bis vier Tassen zwar 10 Minuten, aber da kann man nebenher den Frühstückstisch decken und den Butter (wegen des Genus’: wir sind Hohenloher Franken, Anm. d. Red.) und den Honig auf den Tisch stellen.
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An unserem vorletzten Tag waren unsere Nachbarn gerade ausgezogen, als ein Putztrupp vom Campingplatz nebenan eintraf. Nach einer Weile gesellte sich zusätzliches Personal vermittels eines Golf-Carts hinzu, und just jenes Golf-Cart hatte auf der Ladefläche … TADAAAA … eine Kaffeemaschine!
Unsere durchaus vollständig synchronen, neidvollen und erstaunten Blicke führten dazu, dass der Fahrer uns direkt fragte, warum wir denn bitteschön so schauten. Wir erwiderten, dass er da ja eine Kaffeemaschine (!!!) auf der Ladefläche habe. Worauf er wiederum fragte, ob wir denn gerne eine bräuchten …
Wir Dösbaddel hätten also einfach nur fragen müssen … und das ganze Filtergeknicke und Satzgesaufe hätte nicht sein müssen …
Nuja, wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen …
Knallhart wie wir sind, haben wir dankend abgelehnt und auch den nachfolgenden letzten Morgen (wir waren auch schon am Packen unserer Siebensachen) ohne Kaffeemaschine überstanden.

Donnerstag, 29. Juni 2017 by Wolfram
2 Kommentare (5244 views)
  1. Spätlese trocken

    Freitag, Juni 30, 2017 - 21:50:23

    Aus Gründen der Kaffeebröselunliebsamkeit bin ich im Urlaub dazu übergegangen, löslichen Kaffee zu trinken.
    Es sei denn, der Hausherr filtert mir einen echten Kaffee. Dann natürlich lieber den. 😬
    LG Frau Spätlese

  2. Wolfram

    Samstag, Juli 1, 2017 - 14:53:56

    Instant hatten wir uns auch als mögliche Lösung überlegt.
    Eine unserer Kaffeepackungen war meiner Meinung nach (mein Kroatisch ist leider nicht sooo gut…) sogar speziell für das Aufbrühen direkt in der Tasse gedacht. Zumindest sah es in unseren Tassen fast so aus wie der Mokka-Satz beim Griechen.
    Aber wir haben überlebt! Tschakka!