Itten & Co.



In der Arbeit habe ich unter anderem mit Farbmischung zu tun.

Farbmischung, kein Problem? Oooooh doch!

Weil da gibt’s nämlich zwei davon. Eine additive und eine subtraktive.

Aber fangen wir mal vorne an.
Mit den Grundfarben nämlich. In der Schule haben wir (hoffentlich?) gelernt, dass die Grundfarben so genannte reine Farben sind. Und dass man sich die nicht zusammenmischen kann. Klar, wenn man an den Wasserfarbkasten denkt und sich überlegt, aus welchen zwei Farben man sich ein Gelb mischen soll… Geht net. Das braucht man pur!
Im Wasserfarbkasten, so hat man uns damals erzählt, sind die Grundfarben das Gelb, das Rot und das Blau. Weil Grün kann man sich aus Gelb und Blau mischen und Lila aus Rot und Blau und so weiter. (Anm. d. Red.: Solche aus genau zwei Grund- beziehungsweise Primärfarben gemischten Farben nennt man auch Sekundärfarben).
Und wenn man alle Farben vom Wasserfarbkasten zusammenmischt, bekommt man ein dunkles Kackbraun. Ganz schwarz wird’s nie, weil zum Einen die Farben im Kasten nicht ganz rein sind und zum Anderen Gelb, Rot und Blau nicht ganz die richtigen Grundfarben sind.
Weil Itten’s Farbkreis hin oder her, Wasserfarben werden subtraktiv gemischt. Und da sind die richtigen Grundfarben Cyan, Magenta und Gelb (als Hilfsfarbe auch noch Schwarz). Klingelt’s? Druckvorstufe? CMYK?

Ganz anders wird das alles, wenn wir additiv mischen. Das ist beim Licht so. Hier sind die Grundfarben Rot, Grün und Blau. Mischt man Rot und Grün, dann gibt das … geeenau, ihr wolltet es grade sagen, Gelb!
Und wenn man alle zusammenbringt, gibt das … genau, Weiß.
So und nicht anders funktioniert unser Handydisplay und unser Fernseher. Wenn die drei Farbkomponenten von einem Bildpunkt aus sind, sehen wir nix, wenn alle drei Farben an sind, gibt’s für uns einen weißen Punkt.

Die Eselsbrücke für die Unterscheidung der additiven und der subtraktiven Farbmischung ist also: Wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was weniger knalliges dabei raus (es wird also die Farbigkeit abgezogen), dann ist das die subtraktive Farbmischung.
Und wenn wir alle Farben zusammen mischen, und es kommt was helleres dabei raus (es wird also Farbigkeit dazugezählt), dann ist das die additive Farbmischung.

Und wenn ihr nun wissen wollt, warum eigentlich die Ostereier per subtraktiver Farbmischung bunt gemacht werden: schlicht deshalb, damit man gekochte und ungekochte Eier auseinander halten kann …

Mittwoch, 16. April 2014 by Wolfram
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