Fokus, please!



Gestern Abend habe ich mich ein bissel in die Kreßberger Prärie gesetzt und mal experimentiert, wie man den Sternenhimmel wohl ordentlich abgelichtet bekommt.

Wobei ich inzwischen der Überzeugung bin, dass nicht ISO oder Blende oder Belichtungszeit die Hauptrolle spielt, sondern das Objektiv. Man sollte (Konjunktiv, weil ich keins parat hatte) eins haben, welches man einfach manuell auf Unendlich fokussieren kann. Die modernen Dinger, insbesondere die Zoom-Objektive, haben aber alle keine Unendlich-Fokussierung mit Anschlag mehr. Und Autofokus ist was, was am Nachthimmel genausowenig funktioniert, wie ein Blitz …

Eins meiner ersten Experimentalfotos zeigt den Überflug der ISS links am großen Wagen vorbei:
iss_20130811.jpg

Dann sind die gemeinen Rennwolken aufgezogen und haben den Westhimmel radikal verdunkelt:
rennwolken_20130811.jpg

Also konnte ich nur noch nach Osten (gen Marktlustenau) knippsen und habe probiert, ein wenig länger als üblich zu belichten. Das Resultat waren wunderbare Strichspuren, die ich in dieser Intensität nicht erwartet hatte. Ich hätte nie gedacht, dass sich die Sterne in nur drei Minuten so weit bewegen!
strichspuren_20130811.jpg
Aber ich hätte ja nur mal vorab in die Wikipedia schauen müssen: wer länger als 420 durch Brennweite belichtet, riskiert Strichspuren. Im Netz habe ich eine weitere Faustformel gefunden, die besagt, dass man nicht länger als 300 durch Brennweite belichten sollte — ich glaube, dass da schlicht ein Cropfaktor mit eingerechnet wurde.

Wieder was gelernt! (und so gut wie keine Perseiden gesehen :-( ) Und der nächste klare Himmel kommt bestimmt!

Montag, 12. August 2013 by Wolfram
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