Datenwanderer zwischen den Welten



Ich hab da ja so ein Knippsgerät, und mit dem mache mitunter auch ein paar Fotos für die Schule. Neulich nun wollte ich einem Lehrer einige Fotos geben, die ich bei einem Klassenausflug gemacht hatte. Das ganze Gigabyte irgendwo in die Dropbox oder ins Google-Drive zu schmeißen wäre mit meinem dünnen Upstream eine Aktion über mehrere Tage gewesen, deshalb hab ich ihm die Fotos auf eine DVD gebrannt. Die DVD mochte aber des Lehrers Computer leider nicht lesen (obwohl sie anderswo einwandfrei ging). Also habe ich kurzerhand einen USB-Stick platt gemacht und mit dem Festplattendienstprogramm im „MS-DOS-Dateisystem (FAT)“ formatiert. Genau so:

stick_geht_nicht_einstellungen.png
(den im Hintergrund liegenden Teil des Fensters müsst ihr ignorieren, das waren die Reste eines Versuchs)

Nach dem Formatieren hat mir das Festplattendienstprogramm den Stick dann so angezeigt:
stick_geht_nicht.png

Dann hab ich die Fotos draufkopiert und das Ding freudestrahlend dem Lehrer in die Hand gedrückt.
Dessen Windows (vermutlich 7, Anm. d. Red.) hat den Stick auch brav erkannt und die übliche Meldungsblase von wegen „Gerätetreibersoftware wird installiert“ ausgespuckt. Dann hat es gesagt „Gerät kann nun verwendet werden“.
Und dann meinte es, man müsse den Stick erstmal formatieren, bevor man etwas damit anfangen kann …

Mist.

Mein Fehler lag darin, dass ich im Festplattendienstprogramm beim Plattmachen des Sticks als „Schema“ den Eintrag „GUID-Partitionstabelle“ ausgewählt hatte. Das führt dazu, dass OS X (aus welchen Gründen auch immer) zwei Partitionen auf den Stick macht; eine kleine vorweg und die eigentliche Datenpartition (übrigens wie gewünscht im FAT-Dateisystem) als zweite. Jedes Unixoide Betriebssystem kommt mit so einer Partitionierung auch problemlos klar, aber ein Windows von Welt weigert sich, externe Datenträger auch nur anzufassen, wenn es mit der Partitionstabelle nichts anfangen kann oder nicht gleich die erste Partition „etwas vernünftiges“ ist.

Wenn man nämlich einen USB-Stick unter OS X so formatieren will, dass man was für Windows-User draufspielen kann, dann muss man das im Festplattendienstprogramm so machen:

  • als Dateisystem „MS-DOS-Dateisystem (FAT)“ einstellen
  • als „Schema“ „Master Boot Record“ einstellen

stick_geht_einstellungen.png

Dann formatiert OS X den Stick mit nur einer Partition, nämlich so:
stick_geht.png

und dann klappt’s auch mit den Windows-Nachbarn.

Schon seltsam, dass man für solche Zwecke auf ein Dateisystem zurückgreifen muss, dass inzwischen schon 20 Jahre (!) auf dem Buckel hat.

Samstag, 19. März 2016 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (4307 views)

Wenn die Handbremse versagt



Schon seit Jahren vertraue ich auf die treuen Dienste der Handbremse, wenn es darum geht, den Inhalt von silbrig bedampften Scheiben in Sicherheit zu bringen, bevor die Kids letztere in die Finger bekommen.
handbremse.jpg
Das war bisher auch überhaupt kein Thema; Laufwerk ans MacBook Air anstöpseln, Scheibe rein, Handbremse an, laufen lassen, fertig.

Neulich nun gab es bei uns mal wieder eine neue Scheibe, die ich auch wegsichern wollte. Der Vorgang lief eigentlich wie immer, jedoch war das Ergebnis alles andere als erbaulich. Wirre Fetzen in den Bildern, alle paar Sekunden, insgesamt nicht brauchbar.
Die Ursache des desaströsen Resultats liegt im aktuellen OS X 10.11, “El Capitan”. Das bringt nämlich die so genannte “System Integrity Protection” (kurz SIP) mit. Dahinter steckt unter anderem die Vorgabe, dass es in bestimmten Verzeichnissen auf dem Rechner nur bestimmte Dateien geben darf, die in einer “Erlaubt”-Liste drin stehen. Alle Dateien, die nicht auf dieser Liste stehen, werden bei der Installation von El Capitan in eine Quarantäne verschoben. Dazu gehören jedoch auch die Teile von der Handbremse, die verwendet werden, um die Sicherungen von silbrigen Scheiben brauchbar zu machen.
Des Rätsels Lösung findet sich netterweise in den Foren des Handbremsen-Projekts. Man muss nur die dort verlinkte Library-Datei herunterladen und in den Ordner /usr/local/lib kopieren, feddisch. Die PKG-Datei geht übrigens dank SIP nicht, denn die würde die Library in ein gesichertes Verzeichnis kopieren wollen. Freilich kann man auch SIP deaktivieren, das PKG installieren und danach SIP wieder reaktivieren, aber das wäre doch deutlich aufwändiger, zumal man dafür auch ein paar Mal neu booten muss. Da lohnt sich ein kurzer Ausflug ins Terminal und ein cp ~/Downloads/lib* /usr/local/lib/.

Auf jeden Fall klappt’s jetzt auch wieder mit der Handbremse und die Kids dürfen jetzt auch die neue Scheibe in die Finger bekommen …

Freitag, 4. März 2016 by Wolfram
2 Kommentare (3982 views)

Zugreifen



Die Firma mit dem angebissenen-Apfel-Logo verschenkt ja eigentlich nix.
Früher gab es in Ei-Tunes jede Woche einen Gratissong, es gab Sonderangebote zu Black Friday und nach Weihnachten die “EiTunes-12-Tage-Geschenke”.
“Gab”, weil gibt’s nicht mehr. Die wurden inzwischen alle gestrichen.
Was bis heute aber geblieben ist (toi, toi, toi!), ist die “Gratisapp der Woche”.

Und diese Woche (ab Freitag, 4.12. bis Donnerstag 10.12. 2015) lohnt sich das Zugreifen meines Erachtens besonders. Es gibt nämlich die wunderbare App “Monument Valley” für umme:
gratisapp_monument_valley2.jpg
In dem Spiel begleitet der Ei-Device-Kapitän die kleine Ida durch eine isometrische, surreale Welt. Herzallerliebst, faszinierend und fesselnd!

Zugreifen!

Freitag, 4. Dezember 2015 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (3612 views)

Welcher Browser für den W700V?



Die Zeiten ändern sich!

Denn anno dunnemals hab ich geschrieben, dass man die Konfigurationswebseite vom W700V mit dem Chrome aufbringt, aber nicht mit Safari oder Firefox. Jedoch haben sich die Zeiten inzwischen geändert, denn 2013 gab es noch kein OS X Yosemite, noch keinen Safari 8.0.8, keinen Firefox 41 und keinen Chrome 46.

Der aktuelle Stand bei mir ist, dass der Login auf dem Router weder mit Firefox noch mit Chrome funktioniert (die Seite springt ständig wieder zurück auf die Passworteingabe); dafür tut aber der Safari wieder.
Zumindest fast.
Man kann sich einloggen und auch durchs Menü zappen.
Sobald man aber eine tatsächlich etwas tuende Funktion auswählt, ist wieder Ende der Fahnenstange.

Deshalb meine Frage an euch: gibt es vielleicht irgendwo da draußen jemanden mit einem W700V-Router und einem Mac? Und eventuell eine Lösung für das Problem? Dann bitte her damit!

Sonntag, 20. September 2015 by Wolfram
3 Kommentare (4708 views)

SSD-Inventur



Eine SSD im Rechner ist ja wirklich was tolles, und was anderes will ich auch gar nicht mehr haben. Aber im Zeitalter von dicken Internetleitungen und Digitalkameras mit zig Millionen Pixeln sind die Dinger auch ziemlich schnell ziemlich voll.
Hier zum Beispiel der aktuelle Füllstand meines Benutzerordners, grafisch dargestellt mittels des grandiosen Programms Grand Perspective.

fuellstand.png

Was sagt uns das nun?
Es sagt mir, zunächst einmal, dass es in meinem Ordner ganz viele kleine Dateien gibt, aber auch ein paar große Brocken. Im Programm hat die Grafik auch noch einen Mouse-Over-Effekt; wenn man den Mauspfeil auf einem Rechteck ruhen lässt, wird angezeigt, was da denn so fett in den Chips rumlungert (weil SSDs haben ja keine Magnetscheiben).
Das große rote Quadrat unten links beispielsweise ist von der letzten Tomtom-Aktualisierung übrig. Wahrscheinlich steckt die aktuelle Europakarte drin, aber das Ding frisst mir 3,5 Gigabyte an Platz und ist außerdem schon auf dem Tomtom drauf. Weg damit!
Das große rote Dingens senkrecht darüber hat auch gut 3GB; das ist der Download von Zak McKracken BTAS. Da das schon entpackt ist, kann auch dieser Brocken weg von der SSD.
Die größeren Brocken oben links sind ein paar Downloads aus der ÖR-Mediathek. Was wir schon angeschaut haben, kann eigentlich auch weg.
Dass Kleinvieh auch Mist macht, erkennt man an den “Stoppelfeldern” rechts vom Tomtom. Was hier so nordamerikanisch-rechtwinklig daher kommt, ist die Fotos-Bibliothek.

So mache ich mir immer einen Überblick, wenn’s mal wieder eng wird auf der SSD, bevor ich die Bösewichte ins digitale Nirvana verschiebe. Natürlich sollte man vor jeglichen Löschaktionen erstmal noch ein Backup machen, aber letztlich rentiert sich der Aufwand, denn die Chancen stehen gut, dass dann wieder ein paar Gigabyte frei werden.

Linux-User können übrigens mit Baobab was ganz ähnliches machen.

Dienstag, 1. September 2015 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (3913 views)

Bin dann mal weg …



… in den Affinity Photo Tutorials, was lernen …
Denn seit gestern gab’s das schicke Stückchen Software zu kaufen.

Samstag, 11. Juli 2015 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (5115 views)

Dashboard übernehmen



Obacht: dieser Beitrag ist nichts für Leute, die nicht wissen, was ein Terminalfenster ist! Wer damit Probleme hat, sollte besser jemanden fragen, der sich mit sowas auskennt!

Aber zur Sache.

Angenommen, man hat mehrere Jahrzehnte lang gespart und sich dann endlich einen neuen Mac gekauft.
Weiter angenommen, man möchte von seinem alten Rechner nur die wirklich wichtigen Daten übernehmen und nicht den (stellenweise jedoch sehr brauchbaren) Migrationsassistenten von Apple verwenden.
Dann baut man zum Beispiel zwischen beiden Rechnern eine Netzwerkverbindung auf und gibt auf dem alten Rechner die zu kopierenden Daten frei (üblicherweise den Benutzerordner) und los geht’s.

Nach einer Weile stellt man dann fest, dass einem ja noch die Daten vom Dashboard fehlen. Kein Problem, wir haben ja (hoffentlich) noch den alten Rechner, also kopieren wir das Zeugs einfach rüber.

So der Plan…

Aber da rauscht schon das erste Problem auf uns zu: wo finde ich das Zeugs?

Kein Thema, die Suchmaschine der Wahl verrät uns bei Eingabe der passenden Suchbegriffe die Antwort:
Selbst installierte Widgets findet man im Ordner

~/Library/Widgets

, die Dashboard-Überhaupt-Einstellungen in

~/Library/Preferences/com.apple.dashboard.plist

und die Einstellungen für die Widgets finden sich in vielen kleinen Dateien mit Namen

~/Library/Preferences/widget-*

Also kopiert man sich das Zeugs rüber auf den neuen Rechner (scp samt “Entfernte Anmeldung” ist dabei recht hilfreich, alternativ tut’s auch der Finder, dem man das Anzeigen der Library mit “Alt+Gehe zu” beibringt) und gibt im Terminal auf dem neuen Rechner ein beherztes

killall Dock

ein. Dann das Dashboard aufmachen und … NIX.

Was ist passiert, dass nichts passiert?

Ein kurzes grep verrät uns, dass in der Datei

~/Library/Preferences/com.apple.dashboard.plist

die Liste der aktiven Widgets enthalten ist. Bei weiterer Untersuchung fällt uns dann auf, wo der Haken hängt: die Benutzernamen haben sich geändert!
Mist!
Statt früher “maxmustermann” heißt der Benutzer auf dem neuen Mac “max“!

Nun - so die erste Idee - könnte man ja einfach in der Datei “Suchen und Ersetzen”, jedoch … holladiewaldfee, Apple speichert PList-Dateien inzwischen in irgendeinem Binärformat, welches sich nicht mehr so einfach editieren lässt?!
Nun ist guter Rat - respektive Software, die da weiterhilft - teuer …

Aber es geht auch mit Bordmitteln. Und zwar so:
Ein beherztes

defaults read com.apple.dashboard > ~/new_com.apple.dashboard

dekodiert uns die Binärdatei und schreibt den Inhalt gleichzeitig in eine editierbare Textdatei. Der obige Befehl legt diese editierbare Datei in unserem Benutzerverzeichnis (Tilde) ab. Nun nehme man den Editor der Wahl (z.B. nano oder vi oder auch den TextEdit) und Suche-und-ersetze “maxmustermann” mit “max“.
Dann speichere man und tätige nochmals einen Ausflug ins Terminalfenster. Dort lesen wir dann ganz derb unsere editierte Datei ein mit “

defaults read new_com.apple.dashboard

“, töten nochmals mit einem immer noch beherzten

killall Dock

das Dock und …
Wenn alles richtig war, haben wir jetzt auf dem neuen Rechner exakt dieselben Sachen im Dashboard wie auf dem alten Rechner.

Trivial, oder?!

Ich liebe Apple, weil’s so einfach geht!

;-)

Dienstag, 17. März 2015 by Wolfram
2 Kommentare (5291 views)

It works!



Inkscape 0.91 auf Yosemite 10.10:
inkscape_091.png

Die X11-Oberfläche sieht zwar immer noch käckie aus aber sie ist recht gut bedienbar.

LibreOffice hat die Woche übrigens auch ein Update auf Version 4.4 bekommen, welches die Optik stark verändert. Gibt’s allerdings nur für OS-Xe ab 10.7 aufwärts; 10.6 ist so schön langsam weg vom Fenster.

Sowohl Inkscape als auch Libreoffice verweigern sich nach der Installation erstmal, weil “von nicht zertifizierten Entwicklern”, sodass man für den ersten Start den Rechtsklick-Trick anwenden muss.

Wer den noch nicht kennt:

  • Finder öffnen
  • zu den Programmen wechseln
  • Rechtsklick oder Ctrl+Klick auf das zu öffnende Programm
  •  aus dem Kontextmenü “Öffnen” wählen
  • Warnung abnicken

Nachdem ein Programm einmalig so gestartet wurde, lässt es sich auf dem Mac immer auf “normale” Art und Weise starten.

Samstag, 31. Januar 2015 by Wolfram
Kommentar hinzufügen (5522 views)