Deppentreffen



Also, wenn ihr mal alle Teilnehmer des Volkshochschulkurses “Wie parke ich am Bescheuertsten” kennen lernen möchtet, dann geht mal frühabends nach Crailsheim zum Kaufland in der Schönebürgstraße.
Da treffen die sich nämlich offenbar und zeigen, was sie gelernt haben.
Da wird neben den markierten Parkbuchten geparkt, nicht nur ein-, sondern sogar zweireihig, in der Feuerwehrzufahrt. Da wird direkt “vor dem Loch” geparkt. Da stehen die Chefärzte mit ihrem Landrover auf dem Behindi-Parkplatz (ich wusste gar nicht, dass Landrover jetzt schon als Gehhilfe gelten?). Da parken Menschen auf dem Strich statt zwischen den Strichen. Da stehen die dicksten weißen SUV-Benze der goldkettchenbehangensten Vollchecker auf den für Rollstuhlfahrer ausgewiesenen Parkplätzen am Eingang (dasselbe Fahrzeug sieht man dann später aber auch in der Goldbacher Straße auf den mit Zickzack-Linien markierten “Hier nicht parken”-Zonen). Da stellen die Autofahrer beim Anblick eines Rückfahrscheinwerfers in freudiger Schockstarre hin und warten (ungeachtet all des Trubels um sie herum) minutenlang und mit laufendem Motor darauf, einen Parkplatz zu erhaschen. Da stellen sich Wohnmobilfahrer vor die LKW-Tore, wahrscheinlich denkend, dass wenn sie nicht mehr arbeiten müssen, dass dann auch die Anlieferung ruht. Da stehen Autos “einfach so” irgendwo quer rum.

Nächstes Mal mach ich Fotos.

Überhaupt, der Verkehr in Crailsheim.
Der wird immer schlimmer.
Da schaltet die eigene Ampel um auf grün und man baut beinahe noch einen Unfall, weil ein Mitverkehrsteilnehmer von rechts “kurz mal eben noch bei Dunkelgelb” drüberwitscht. Da haben die Autofahrer komplett verlernt, was ein Stop-Schild aussagt (nämlich dass man an der Stelle Stoppen muss). Da verstehen die Verkehrsteilnehmer nicht, was die weißen Pfeile auf blauem Grund aussagen (zum Beispiel “hier ist nur rechts abbiegen erlaubt”). Da wird am Steuer telefoniert, gerne auch unangeschnallt (wenn man sich in die Gartenstraße an die Feuerwehr stellt, sieht man innerhalb von Minuten mehrere solche Leute). Da wird in die Kreuzung reingefahren, egal, ob da schon Stau ist und man den Querverkehr mit seinem Wagen blockiert.
Da stellt man sich links blinkend an die Tanke und wartet Stunden auf eine Lücke im Verkehr (und verbläst dabei vermutlich die Menge an Sprit, die man eben einen Cent günstiger getankt hat), statt einfach nach rechts zu fahren und eine Runde durch den Kreisel zu drehen.
Und Blinken ist eh out; das sorgt nur dafür, dass die Birnchen verschleißen. Stattdessen fährt man Volllast bis kurz vor die Abzweigung, holt kräftig auf die andere Seite aus (damit der Nachfolgende schon denkt, er kann jetzt vorbei fahren), wirft dann den Anker und quert die eigene Fahrspur fast senkrecht.
Alternativ lässt man den Wagen schon hunderte Meter vor der Abzweigung langsam ausrollen; man ist ja eh vorne in der Schlange. Ganz wichtig ist sicherlich auch, am Ausgang des Kreisels keinesfalls zu blinken.

Versteht mich nicht falsch; ich mach sicher auch nicht alles richtig, aber so viel geballte Missachtung der Spielregeln auf einen Haufen macht mir echt Sorge. Wegen euch werden irgendwann noch Eisenbahnschienen verlegt!

Dienstag, 20. November 2018 by Wolfram
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Party!



Soeben habe ich frisch gelernt, wie man sich morgens einen netten Adrenalinschub verpassen kann.

Uuuund zwar fängt man mit einem verkalkten Wasserkocher an. Den kriegt man ja mit Spezialmitteln wieder blank, aber es funktioniert auch, wenn man ins Wasser ein paar gute Schlucke Essig reinleert und diesen Sud ein paar mal aufkocht.

So weit, so gut, wo bleibt das Adrenalin?

Zur weiteren Vorbereitung wirft man in den Essigsud noch eine Kaffee-Vollautomaten-Reinigungstablette rein. Die Tablette löst sich dann unter ordentlichem Sprudeln auf.

Aber das ist doch gar nicht aufregend, sagt ihr?

Stimmt!

Das Rezept geht nämlich weiter, indem man den Essigsud-Reinigungstablettenmix aufkocht. Die Mischung (so konnte ich dank des Glasbehältnisses unseres Wasserkochers gut sehen) sprudelt dann etwas mehr vor sich hin, als Wasser allein es tun würde. Sobald die Suppe sich dann aber dem Siedepunkt nähert, kommt endlich das Adrenalin - FONTÄNE!
Aus dem Ausguss des Wasserkochers raus!
Etwa doppelt so hoch wie der Wasserkocher groß ist!
Und deutlich lang anhaltend!
Und wiederholbar!
Denn wenn man die restlichen drei Zentimeter Füllung im Wasserkocher nochmal heiß macht, geht’s gleich wieder los!

Freilich ist das mit dem Adrenalin bei der Wiederholung lang nicht mehr so, aber der Fontäneneffekt fetzt fast genauso.

Freitag, 9. November 2018 by Wolfram
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Nischentipp



Ein kleiner Tipp für eine nicht ganz so große Gruppe an Mitmenschen:
Wenn du

  • immer wieder gerne versuchst, Pornokuchen zu backen
  • einen Satz Blechschüsseln in der Küche hast und
  • eine Induktionskochplatte

20181013_nischentipp.jpg
Die Blechschüsseln funktionieren bei kleinen Magnetfeld (bei unserer Kochstelle auf 3 von 10) wunderbar, um zum Beispiel den Butter zu schmelzen oder die Ganache (Foto, Schokolade in Sahne).

Sonntag, 21. Oktober 2018 by Wolfram
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Der Weckruf



Selbsterkenntnis ist der erste Schritt auf dem Weg zur Besserung, heißt es doch immer. Und ich habe just gestern früh höchstselbst erkannt, wie der Begriff “Weckruf” entstanden ist.
Uuuund zwar kommt dabei zunächst ein wenig Physik ins Spiel. Wenn man nämlich frühmorgens unter der warmen Dusche im Handbrause-Modus steht und dann versehentlich mit dem Ellbogen an den Hebel zum Umschalten auf die Regenwalddusche kommt, dann drückt das warme Wasser erstmal das kalte Wasser, das sich noch in der Steigleitung befindet, oben raus. Die austretende Flüssigkeit, die über dem Duschenden herabfällt, ähnelt damit - trotz des Namens - eher einem Eis- denn einem tropischen Regen, was zu blitzartigem Vergrößern der Pupillen führt, einhergehend mit einem abrupten Weckvorgang. Dabei stellt das Hirn des Duschenden fest, dass das unmittelbare Umfeld des Duschenden vor dem schlagartigen Temperaturwechsel gewarnt werden muss. Logisch lässt sich das insbesondere frühmorgens nicht erklären, denn meist ist niemand da, den man warnen könnte.

Somit lässt sich festhalten, dass es genau dann zum Phänomen des Weckrufs kommt, wenn einen ein kalter Wasserschwall unvermutet erwischt.

Dienstag, 16. Oktober 2018 by Wolfram
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Versuch macht kluch äh aua



Wie oft man den Mittelfinger der rechten Hand tatsächlich braucht, kann nur derjenige ermessen, der sich beispielsweise mit einer Parmesanreibe Teile der Fingerkuppe abgewetzt hat.

Weiß ich jetzt.

Grmpf.

Dienstag, 9. Oktober 2018 by Wolfram
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September-Splitter



Shampooshopping
Fragt das große Kind neulich, ob ich noch Einkaufen gehe.
Frag ich: Warum?
Sagt Kind: Weil das Hundeshampoo so blöd rückfettend ist …
;-)

WLAN-Wanne
Komm ich vorgestern zu den Kids ins neulich erneuerte Bad. Liegt das Kind in der Wanne. Ohne Wasser. Aber mit Decke und Kissen. Und Handy und Powerbank in der Pfote.
Frag ich: „Hä?“
Sagt Kind: „Hier ist besseres WLAN“.
:-)

Krasse Käseküche
Ich habe ein bestehendes Rezept aus dem Internetz auf meine Belange angepasst. Mäc Änd Tschies à la Wolfram.
Und das geht so:
Man würfle eine Zwiebel und ein, zwei Knoblauchzehen. Die brät man in Olivenöl an. Dann kommen 500g Nudeln dazu, ein Liter Milch und 6 Esslöffel Butter (müsste grob 75g und 100g sein). Während die Nudeln ihre reguläre Kochzeit in der Milch vor sich hinsimmern (das wird in aller Regel zwischen 8 und 10 Minuten dauern), würfelt man (mindestens) 250g Käse. Eine Mischung aus Bergkäse und Emmentaler hat sich gut bewährt, experimentieren ist ausdrücklich erlaubt. Sobald die Nudeln durch sind, rührt man die Käsewürfel unter, auf dass sie schmelzen mögen. Zum Abschluss schmeckt man mit Pfeffer und Salz ab und streut großflächig frischen, kleingeschnittenen Schnittlauch drüber.
Guten Appetit!

Weckerbetrug
Mein gutes OnePlus One-Teflon hat neulich Lineage OS 15.1 bekommen. Beim Updaten ist nach meinem Ermessen schlicht überhaupt nichts schief gegangen, außer dass ich zuerst mal den TWRP updaten musste. Das neue Betriebssystem hat alle Einstellungen übernommen. Selbst die Weckzeiten, die Wochentage, und den Weck-Klingelton. Dafür verwende ich seit Jahren ein MIDI aus dem überaus fabelhaften Kyodai Mahjongg (das ich leider nicht mehr spielen kann, seit ich kein Windows mehr habe).
Nur: der Wecker von Lineage OS 15.1 spielt keine MIDI-Dateien mehr ab …
Da habe ich doch glatt satt verschlafen …
:-)

Montag, 24. September 2018 by Wolfram
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Grenzwertig



Hier, werte Damen und Herren, habe ich für euch die Grätsche gemacht.
Mein rechter Fuß steht in Deutschland und mein linker Fuß steht in Bayern. Die Achse der Kamera befindet sich ziemlich genau auf der Demarkationslinie.

20180911_die_grenze.jpg

Der hellere Strich hat übrigens nichts mit der Grenze zu tun; da hat jemand einen Baumstamm über den (komplett zu Baden-Württemberg gehörigen) Asphalt gezogen.
Migration ist bei uns in Grenznähe kein größeres Problem, da es in beide Richtungen geht. Und wohl auch, weil die Grenzkontrollen abgeschafft wurden. Von den Zollstationen gibt es nichteinmal mehr Ruinen. Einige meiner Arbeitskollegen pendeln aus dem Ausland und fahren jeden Tag zu uns rüber und wieder zurück. Der regelmäßige Umgang mit der Fremdsprache fördert und fordert die geistige Flexibilität.

Samstag, 15. September 2018 by Wolfram
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Aufgehorcht



Zur allgemeinen Information: Die Rüttelplatte auf der Industriehallenbaustelle ein paar hundert Meter weiter hört sich an wie ein Helikopterangriff.

Freitag, 7. September 2018 by Wolfram
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